Was man(n) hört – im September

Willkommen zu einer weiteren Ausgabe meines monatlichen Musikrückblicks. Und es dominieren (mal wieder) die Alben, die ich neu gekauft habe, denn das waren im September trotz generellem Rückgang meines Musikkonsums doch einige.

01 (neu) Exit – Chakuza: 10 Durchläufe

Chakuzas hat ein neues Album herausgebracht und ich finde es großartig. Es ist HipHop mit Indie-Beats, mitunter ziemlich depressiv, traurig und emotional, aber dennoch ein bisschen selbstironisch. Tolle Musik, die mich berührt und die ich sehr gerne höre. Absoluter Tipp von mir.

02 (neu) For the Journey – Threshold: 8 Durchläufe

Unter den vielen Neuerscheinungen im Bereich des Progressive Rock und -Metal musste ich mich auf zwei Stück beschränken. For thr Journey ist mein erstes Threshold-Album und ich bin verliebt. Es klingt einfach ungeheuer kraftvoll, motivierend ohne aber in die Power-Metal Schiene abzudriften. Es ist nicht ganz so progressiv und komplex wie Dream Theater, aber nichtsdestotrotz klasse Progmetal. Das krasse Gegenteil von Chakuza, aber nicht minder genial.

03 (neu) Pale Communion – Opeth: 7 Durchläufe

Opeth haben auch ein neues Album rausgebracht – zwar schon Ende August, aber da ich es direkt aus den Staaten importiert habe, kam es erst im September bei mir an. Und was soll ich sagen, es ist sehr cool! Es ist völlig anders, als die alten Opeth-Alben, da ist kein Gegrunze oder Double-Base-Massaker, sondern es ist weniger hart, geht eher in eine Prog-Rock Richtung, als wirklich Metal so sein, ist aber wirklich gut gemacht, wunderschöne komplexe Songstrukturen und toller Gesang begeistern mich an diesem Album.

04 (wieder dabei) Live 2012 – Coldplay: 3 Durchläufe

Dieses Livealbum ist einfach eine tolle Zusammenstellung, die toll klingt, deshalb lief sie in diesem Monat häufiger mal bei mir, um mein Coldplay-Bedürfnis zu stillen.

04 (-2) Live at Sea – Spock’s Beard: 3 Durchläufe

Siehe letzten Monat. Immernoch ein tolles Livealbum.

04 (neu) In Vallis EP – Chakuza: 3 Durchläufe

Neben dem neuen Album gab es noch exklusive in der Juice eine EP aus den Exit-Sessions, die ich mir natürlich holen musste… :) Auch die ist toll geworden und schließt das Album klasse ab.

Normalwerweise gibt es ja eine Top-10, zu der ich ausführlich schreibe, aber da jetzt nur noch Alben mit zwei oder einem Durchlauf kommen, lasse ich das mal bleiben und gebe euch nur die Liste:

07 (wieder dabei) Blackwater Park – Opeth: 2 Durchläufe
07 (-4) In Transit – Saga: 2 Durchläufe
07 (wieder dabei) Sagacity – Saga: 2 Durchläufe
07 (neu) Day for Night – Spock’s Beard: 2 Durchläufe
07 (-6) Brief Nocturnes and Dreamless Sleep – Spock’s Beard: 2 Durchläufe
07 (-4) Celebration – Uriah Heep: 2 Durchläufe

13 (wieder dabei) Lingua Mortis Orchestra – LMO feat. Rage: 1 Durchlauf
13 (-7) Grundlos EP – OK KID: 1 Durchlauf
13 (-3) Saga Hits – Saga: 1 Durchlauf
13 (wieder dabei) The Light – Spock’s Beard: 1 Durchlauf
13 (wieder dabei) The Raven that refused to sing – Steven Wilson: 1 Durchlauf

 

 

 

End of an Era: Interludium

Heimatlos. Ruhelos. Kleinstadtblues. So könnte man meinen momentanen Gefühlszustand umschreiben. Die Regale sind leer, teilweise schon abgebaut, um mich herum stapeln sich Umzugskisten. Statt dem inspirierenden Bücherregal gibt es nur noch gepackte Kisten. Die Küche meiner Eltern ist geplündert, Geschirr ist gepackt, meine CDs stapeln sich mit den Klamotten um die Wette und jede Faser dieses Zimmers ist auf den Umzug gepolt. In einer Woche ist es so weit. Es ist nicht so, dass es mein erster Umzug wäre, aber es ist mein Auszug. Einen eigenen Haushalt führen. Mit dem Studium beginnen. Ab in die Großstadt.

Bis dahin vergeht noch eine Woche. Witzigerweise fangen am Montag die Orientierungsveranstaltungen an, ich bekomme mein Zimmer aber erst am Mittwoch. Im Klartext heißt das: Drei Tage Pendeln. Zum zweiten Teil der Orientierungsveranstaltungen übernächsten Montag, bin ich dann aber schon unten und muss ein bisschen mit der gleichzeitig stattfindenden Buchmesse jonglieren. Eigentlich möchte ich sehr gerne und sehr viel auf der Buchmesse unterwegs sein, aber ich möchte in der Uni auch nichts verpassen. Mal schauen. Toll ist ja, dass ich mit der S-Bahn in einer halben Stunde in der Messe bin. Und dann gehen die Vorlesungen los.

Aber bis dahin gilt es einen Umzug zu meistern. Und diese chaotische letzte Woche will noch hinter sich gebracht werden. Es gibt noch viel zu tun, vieles ist schon getan. Beim Packen rast die Vergangenheit an einem vorbei. Viele Bilder und leider auch viel Zeit um sich damit zu beschäftigen. Kleinstadtblues. Mal schauen, wie es in zwei Wochen aussieht. Großstadtliebe?

Bundesvision Songcontest 2014 – Was bleibt übrig?

Schon seit Jahren schaue ich mit Interesse den Bundesvision-Songcontest, eine TV-Show, in der Interpreten aus verschiedenen Bundesländern gegeneinander antreten. Ich finde, der Songcontest schlägt eine Brücke zwischen großen Major-Künstlern, die oftmals schlechter als erwartet abschneiden und Indie- und Alternative-Künstlern, denen mitunter hohe Platzierungen gelingen. In den letzten Jahren stellt sich leider zunehmend eine Abnahme der musikalischen Bandbreite ein, härtere Gruppen wie in den früheren Jahren Oomph oder Rage kommen trotz guter Platzierungen (und Siegen) leider nicht mehr auf die Bühne, stattdessen gibt es ganz viel Pop-Mittelmaß und Pop-Rap. Ich hab gestern Abend (hauptsächlich für mich, weil ich gerne mal ein bisschen in meine Favoriten reinhöre) mal ein paar Notizen gemacht, die ich jetzt gerne mal präsentiere:

  1. Andreas Bourani – Auf anderen Wegen

Eigentlich ziemlich lahmer Pop. Nach dem Stadionsong Auf uns wahrscheinlich ein bisschen wenig. So bleibt es leider nur ein deutschsprachiger Schluchzer, der sich mit Laith Al Deen und Adel Tawil einreiht. Berührt mich überhaupt nicht.

  1. Nico Suave feat. Flo Mega – Gedicht

Leider irgendwie auch nicht so meins. Die Parts sind Durchschnittsrap, dazu ein bisschen Bläserzeugs in der Hook, das schon irgendwie nach ganz coolen Zutaten klingt, aber nicht so wirklich zünden will.

  1. Kitty Kat – Hochhaus

Ich hatte Kitty Kat irgendwie gar nicht auf dem Schirm. Dachte immer, so ne Aggro Berlin-Rapperin. Aber total daneben, die Performance fand ich echt stark, der Song hat mich irgendwie mehr berührt und bleibt irgendwie im Ohr. Ihr gerappter Part fiel da fast schon ein Stück ab dagegen. Dennoch ein cooler Song und meine erste Überraschung des Abends.

  1. Sebastian Hackl – Warum sie lacht

N Typ mit Dreads. Minimalistische Performance, schöne Stimme, schöne Musik, angenehmer, handgemachter Wohlfühl-Pop, der aber irgendwie ein bisschen belanglos herüberkommt. Okay, aber kein Ohrwurmpotenzial.

  1. Max Mutzke – Charlotte

Max hat natürlich Power und Drive in seiner Stimme und stellt damit locker mal die bisherige Besetzung des Abends in den Schatten. Der Song selbst ist cool gemacht, klasse performt und macht Laune. Geil!

  1. Duerer – Was gestern war

Whow, eine echte Band. Sowas ist ja heutzutage eher Nischenware. Cooler Song, cooler Indie-Rock. Macht Spaß, rockt und ist ne coole Nummer.

  1. Inglebirds – Getti

Ne. Einfach nur ne. DCVDNS war letztes Jahr zumindest noch witzig, aber das hat halt auch genau einen Song lang funktioniert? Was ist das? Nehmen die sich Ernst, fühlen die sich toll oder was ist das? Komisches Rumgerappe, komische Show-Einlagen und irgendwie. Ne.

  1. Tessy – Keine Rosen

Ein Typ presst ein paar Töne ins Mikro, das berührt mich irgendwie nicht und es passiert auch musikalisch nichts. Neeh.

  1. OK KID – Unterwasserliebe

Ich halte mich raus. Ich liebe das Lied und die Jungs J Aber ich finde, sie haben sehr anständig performt.

  1. Sierra Kidd – 20.000 Rosen

Ein 17-jähriger Rapper – und ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. Es klingt eigentlich ganz cool, son bisschen auf dieser Pop-Rap Welle mitschwimmend, aber es wirkt noch nicht so ganz ausgereift. Die gesungenen Hooks klingen leider wirklich grausam und textlich ist es doch irgendwie ziemlich phrasenlastig. Also. Ganz coole Ansätze, aber nicht so ganz überzeugend.

Und übrigens: Was soll das brennende Kreuz da? Das hinterlässt irgendwie einen sehr komischen Nachgeschmack – hat das wirklich niemand mal vor der Sendung gegoogelt?

  1. Maxim – Alles versucht

Kraftvoll, traurig, reflektiert – gut! Schon auf dem Chakuza-Album hat er mir als Feature-Gast gut gefallen und auch solo klingt er toll. Melancholisch, aber auch kraftvoll, eine interessante Stimme und eine gewisse Lockerheit beim Performen lassen ihn unglaublich authentisch wirken. Gefällt mir! Mal reinhören.

  1. Tonbandgerät – Alles geht

Das ist eine dieser BuViSoCo Bands. Man hört sie einmal, findet sie sogar ganz cool, aber man käme nie auf die Idee, sich ne Platte zu kaufen oder mehr davon zu hören.

  1. Marteria – Mein Rostock

Marteria performt unglaublich stark und ist einfach ein Bühnenprofi, der seinesgleichen sucht. Auch wenn Mein Rostock sicherlich nicht sein stärkster Song ist, ist das, was er da macht und zelebriert ziemlich geil. Und auch mal cool, tatsächlich ein „Heimatlied“ beim BuViSoCo zu präsentieren. Ein schöner Song zum Zurücklehnen.

  1. Jupiter Jones – Plötzlich hält die Welt an

Der Refrain erinnert mich irgendwie ziemlich an PUR. Eigentlich ganz cool, so typische Radiomusik, die keinem weh tut und sich nett anhört. Kann man mal hören, aber wenn ich PUR hören möchte, höre ich doch lieber PUR J

  1. Miss Platnum – Hüftgold

Ich kannte Miss Platnum nur von der Lila Wolken EP und fand ihren Part im Titelsong eigentlich ziemlich grausig. Umso überraschter bin ich jetzt, dass das, was sie da macht, ziemlich cool klingt. Über ihr Outfit kann man streiten, aber Miss Platnum singt gut, der Song gefällt mir und hat einen gewissen Drive. Gut!

  1. Revolverheld – Lass uns gehen

Jep. Gehen möchte ich. Die Jungs machen ihren Job ganz anständig, aber ich find den Song – und auch die ganze Band – einfach nur doof. Sorry, nicht meins. Auch wenn sie anständig performen und Stimmung machen können.

Zum Ergebnis

Wie sooft haben meine Favoriten eher unterdurchschnittlich abgeschnitten. In den vorderen Rängen findet sich viel von dem Kuschelpop, Revolverheld haben extrem überlegen gewonnen – objektiv und unvoreingenommen betrachtet, vielleicht auch nicht zu Unrecht – aber ich kann mich mit denen einfach nicht anfreunden. Jupiter Jones vorne, Teesy fand ich genauso langweilig – und Marteria „nur“ auf Platz 4 – da hätte ich fast mit mehr gerechnet. Andreas Bourani nur auf 6 – und dann kämen meine drei Anwärter auf das Treppchen: Max Mutzke, Maxim und OK KID hätte ich wahrscheinlich auf 1-3 gewählt, die fand ich neben Marteria und Miss Platnum am stärksten. Letztgenannte kam über einen zwölften Platz nicht heraus – für mich unverständlich, denn unter allen Popsongs war ihrer noch am innovativsten – genauso wie der von Kitty Kat, der es zusammen mit Sebastien Hackel auf den letzten Platz gebracht hat. Sierra Kidd wurde auf Twitter ziemlich gehypt und ist – wenn ich das richtig mitgekommen habe – bei den Teenies total angesagt, aber es überwog wohl mein Eindruck der Unausgegorenheit. Die Inglebirds landen zu Recht weit hinten. Es ist wie bei MC Fitti – der Gag trägt eigentlich nur bis kurz nach der ersten Hook – und hier im zweiten Jahr ist damit nichts mehr zu holen.

Schade auch um Hessen. Immerhin so gut wie seit 2009 nicht mehr, aber der Song war echt klasse und nicht so seltsam wie die der letzten Jahre (Sing um dein Leben? Cris Cosmo?) – der hätte denke ich mehr echt verdient gehabt.

Was bleibt also von dem Abend übrig? Für mich zwei, drei Neuentdeckungen und viele abschreckende Beispiele. Und die Hoffnung, dass im nächsten Jahr vielleicht mal wieder eine rockige Kapelle da auftreten darf? Lord of the Lost für Hamburg? Equilibrium für Bayern? Von mir aus auch Grave Digger – irgendwas, was den Pop-Rap-Einheitsbrei mal auflockert – Schade, das war früher besser, als mal ein Subway to Sally gewann, als Down Below auftreten durften, als Apocalyptica spielten oder als Rage gerockt haben. Raab, hol dir mehr Rock auf die Bühne!

End of an Era – Pt. II

Hintergrund: Ich stehe vor einem großen Umbruch und werde im Herbst nicht nur von meinen Eltern wegziehen, sondern auch meinen Lebensmittelpunkt inklusive Studium c.a. 70km weiter südlich verlagern. Entsprechend viel befindet sich bei mir im Umbruch. Diese Serie von Blogeinträgen erzählt darüber.

Wenn man diese Serie als einen Dreiakter betrachtet, würde jetzt die Phase der Entwicklung und des Höhepunktes kommen. Andererseits würde demnächst die Katastrophe folgen. Fakt ist jedenfalls, dass ich seit dem 22.09. nicht mehr arbeite. Durch Resturlaub und Überstunden konnte ich mein FSJ eine Woche vor dem geplanten Ende abschließen und bin jetzt seit einigen Wochen zu Hause, bis es dann demnächst an den Auszug geht. Zeit, das FSJ mal Revue passieren zu lassen.

Alles fing damit an, dass ich in die Stadtbibliothek kam, herzlich empfangen wurde und mich erstmal in das Arbeitsleben hereinfuchsen musste. In der letzten Zeit in der Schule hatte ich noch 31 Wochenschulstunden und es fielen auch gerne mal noch welche aus; ich war oftmals schon gegen 14 Uhr zuhause und konnte mir die ganze Lernerei für Klausuren und Abiturprüfungen frei einteilen und zu den Zeiten arbeiten, an denen ich wollte. Jetzt war ich 39 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz, brauchte aber abends nichts mehr tun. Das war eine sehr große Umstellung für mich und führte dazu, dass ich abends auch tatsächlich gar nichts mehr gemacht habe und nur noch auf dem Sofa lag – zumindest in der Anfangsphase.

Die Arbeit selber war eine tolle Sache. Ich hatte in meiner Einsatzstelle, der Stadtbibliothek in Gießen ein sehr vielfältiges Arbeitsfeld, mein Schwerpunkt war die Interkulturelle Bibliotheksarbeit, in der ich einiges bewegt habe und im ersten halben Jahr insbesondere die Konzepte, die mein Vorgänger erarbeitet hatte, praktisch umgesetzt habe. So ging es zum Beispiel um mehrsprachige Informationsmaterialien, einen Englischkurs für Bibliotheksmitarbeiter und eine Sprachlernstation, an der Migrant_innen die Möglichkeit gegeben wird, sie mittels Sprachlernsoftware beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Nebenher war ich dann auch an für ganz normalen Tätigkeiten in der Bibliothek zuständig. Ich habe Bücher eingebunden, Bücher katalogisiert, Signaturschildchen geklebt und natürlich morgens die zurückgegebenen Bücher zurück in die Regale gestellt. Besonderen Spaß hat es mir gemacht, an der Theke zu sitzen, Bücher auszuleihen und zurückzunehmen und da dann auch irgendwann zu sehen, welche Bücher sehr beliebt sind und wie verschieden die Fragen sind, die uns gestellt werden. Auch was die Onleihe angeht, habe ich an der Theke immer gerne viel geholfen.

Im zweiten halben Jahr gab es dann die Führungen für Integrationskurse. Bei uns ist es tatsächlich so, dass jeder Integrationskurs der Volkshochschule eine Bibliotheksführung bekommen sollte – das hieß für mich, dass ich über 100 Migrant_innen durch die Bibliothek geführt habe und das war wirklich eine sehr spannende und wundervolle Aufgabe. Nicht nur, weil die Kurse so unterschiedlich waren, sie waren ausnahmelos guter Laune, haben oftmals viel gelacht waren mit viel Interesse und noch mehr Engagement dabei, viele haben sich direkt angemeldet und einige von ihnen habe ich in den nächsten Monaten immer wieder in der Bibliothek gesehen. Das war eine tolle Erfahrung, sich mit ganz einfachen Worten und Sätzen, manchmal noch mit ein wenig Englisch und viel anschaulichem Vorführen verständig zu machen und es hat mich vor allem gefreut, mal richtig herausgefordert zu werden, mal eine ganz andere Art von Herausforderung kennen zu lernen. Diese positive Energie, die diese Gruppen ausstrahlten und die große Begeisterung, mit der sie die Angebote auch genutzt haben, haben mein FSJ wirklich bereichert. Und das Feedback, das ich erhalten habe, war ebenfalls überwältigend – vielen lieben Dank dafür!

Es war auch einfach ein tolles Gefühl, ein Jahr unter Büchern zu verbringen. Ich habe mich in dem Jahr auch darum gekümmert, unseren Bestand an englischen Büchern auszusortieren und durfte dann auch die Neuanschaffungen einarbeiten – dabei bin ich über einige Schätzchen gestoßen, ich habe einige Neuerscheinungen, die ich mir sonst nicht gekauft hätte, gelesen und hatte eigentlich immer zumindest ein Buch aus der Bibliothek zuhause. Das war eine tolle Zeit mit so vielen Ideen, was man lesen könnte und so vielen spannenden Büchern – und ich werde auch sicherlich mal schauen, dass ich häufiger mal zu Gast in der Bibliothek meiner neuen Heimatstadt sein werde.

Eine Sache muss ich noch erwähnen, eine Sache, die mein FSJ zu der tollen Erfahrung gemacht hat, die es war: Die Seminare. Zu einem FSJ gehören 25 gesetzlich vorgeschriebene Seminartage. Unsere Seminargruppe war eine bunte Mischung aus vielen verschiedenen Kulturell engagierten Freiwilligen, von Bibliothek, Museum, Schloss, Zoo bis hin zur Jugendarbeit waren ganz viele tolle Menschen mit tollen Einsatzstellen in dieser Gruppe, die von einem tollen Teamer geleitet wurde. Gemeinsam haben wir Kultur erlebt, viel gelacht, viel unternommen, viel gesprochen und haben unsere Seminartage zu einer tollen und wertvollen Zeit gemacht. Ich bin froh, dass wir unsere Vielfalt in unserem Jahresprojekt dokumentiert haben. Danke an euch für die tolle Zeit – und natürlich auch ein großes Danke an meine Einsatzstelle, die mir diese Erfahrungen erst ermöglicht hat.

Was bleibt von diesem Jahr übrig? Eine ganze Menge Erfahrungen, die ich vielleicht erst in ein paar Jahren wirklich zu schätzen weiß. Es war eine tolle Zeit, es war ganz wichtig, mal zu erfahren, wie eigentlich die Arbeitswelt aussieht, was es heißt, 39 Stunden in der Woche zu arbeiten und was das eben auch für Veränderungen – im Vergleich zur Schule und wahrscheinlich auch zum Studium – mit sich bringt: Frappierende. Es war wichtig und wertvoll für mich, diesen anderen Lebensstil mal ein Jahr lang zu unterbrechen – und dass ich das Glück hatte, das in einem für mich Bücherwurm geradezu paradiesischen Umfeld, war eine super Sache. Danke auch an volunta, meinem Träger, mit dem ich zwar gar nicht so viel zu tun hatte, aber der mich trotzdem, sofern es nötig war, gut durch dieses Jahr begleitet hat.

Jetzt bin ich seit einigen Wochen zuhause, mache meinen Führerschein und nebenher ein bisschen Urlaub, bereite mich darauf vor auszuziehen und werde euch dann zu gegebener Zeit über den dritten Teil dieses Abschieds, den Abschied vom Elternhaus und der Wahlheimat Wetzlar berichten. Bis dahin.

Was Mann hört – im August

Doch tatsächlich – es geht wieder weiter. Und wenn man sich diesen Monat mal anschaut, war er ein wenig Spock’s Beard lastig

01 (neu) Brief Noctures and Dreamless Sleep – Spock’s Beard: 8 Durchläufe

Das aktuelle Studioalbum der Band – ich war tatsächlich schon auf einem Konzert dieser Tour, habe 2012 auf der Lorely exklusiv einen neuen Song gehört, aber hatte das Album tatsächlich nicht gekauft. Jetzt habe ich das nachgeholt und natürlich lief das Ding – das sogar ziemlich lang ist – endlos durch.

02 (neu) Live at Sea – Spock’s Beard: 7 Durchläufe

Und kaum dahinter liegt das aktuelle Livealbum eines ganz Besonderen Auftritts mit Neal Morse auf dem Progressive Nation at Sea Festivalcruise, das mit nur 6 Songs doch über eine Stunde lang ist und eine tolle Atmosphäre transportiert. Ein absoluter Prog-Geheimtipp, der sich wirklich lohnt. Grandios.

03 (+9) In Transit – Saga: (4 Durchläufe)

Ein Klassiker, den ich für 5€ bekommen habe. Die CD ist über 30 Jahre alt und eines der ersten Livealben, die digital aufgezeichnet wurden. Der Sound ist klasse, die Songs sind klasse und die Band auch.

03 (+9) Celebration – Uriah Heep: (4 Durchläufe)

In einem Monat, in dem ich eher auf etwas weniger harte Musik stand, darf diese CD nicht fehlen. Die Band ist uralt, existiert seit ’69 und machen netten Hard-Rock. Außer Lady in Black kannte ich kein einziges Lied, also hab ich einfach mal diese CD mit 15 Klassikern in aktueller Besetzung und mit aktuellem Sound bestellt und bin sehr positiv überrascht – das klingt klasse!

05 (+3) Dimensounaut – Sound of Contact: (3 Durchläufe)

Zu dem Album habe ich ja letzten Monat schon viel gesagt. Ein Dauerbrenner.

06 (+6) Ghost Stories – Coldplay: (2 Durchläufe)

Es lief wieder ein bisschen mehr, ich mag es immer noch sehr – insbesondere in „A Sky full of Stars“ habe ich mich richtig verliebt.

06 (-1) Octavarium – Dream Theater: (2 Durchläufe)

Und auch dieses Album läuft jetzt schon im dritten Monat bei mir durch. Und es läuft und läuft.

06 (+6) Imaginaerum – Nightwish: (2 Durchläufe)

Ein bisschen härter ist dieses Album, das ich im Gegensatz zu den früheren Nightwish-Alben auch noch wirklich gut finde und bei dem einige Songs richtig ins Ohr gehen. Ziemlich episch.

06 (+2) Grundlos – OK KID: (2 Durchläufe)

Die Jungs treten dieses Jahr beim Bundesvision Song Contest für Hessen an. Ja cool! Die EP ist auch wirklich gut.

Und sonst so? Je einen Durchlauf für…

10 (+2) Entschuldigung für nichts – Betontod
10 (+2) In a Tidal Wave of Mysteries – Capital Cities
10 (-7) Magnolia – Chakuza
10 (wieder dabei) Mylo Xyloto – Coldplay
10 (+2) Dream Theater – Dream Theater10 (-8) Saga Hits – Saga
10 (+2) 20/20 – Saga
10 (neu) Licht & Schatten – Strawbelly Cake
10 (neu) Live – Irie Revoltes
10 (neu) The E.N.D. – The Black Eyed Peas
10 (neu) The Road of Bones – IQ
10 (neu) Abenteuerland – PUR
10 (neu) Flying Colors – Flying Colors

In diesem Monat erscheinen einige tolle Alben, sodass ich wahrscheinlich gar nicht alle auf einmal kaufen kann – wem ich den Vorzug gebe, weiß ich leider noch nicht – freut euch aber auf einige neue Sachen nächsten Monat.

 

End of an Era Pt. 1

End of an Era Pt. 1 – Ein Abschied in drei Akten.

Hintergrund: Ich stehe vor einem großen Umbruch und werde im Herbst nicht nur von meinen Eltern wegziehen, sondern auch meinen Lebensmittelpunkt inklusive Studium c.a. 70km weiter südlich verlagern. Entsprechend viel befindet sich bei mir im Umbruch. Diese Serie von Blogeinträgen erzählt darüber.

Während diese ersten Zeilen entstehen, läuft im Bürgersaal Büblingshausen zum vorletzten Mal HAIR in einer Inszenierung der Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar, Deutschlands ältester Amateurmusicalgruppe. Einer Gruppe, der ich jetzt fünf Jahre lang beiwohnen durfte. Zwei Jahre im Orchester, drei Jahre in der Produktionsleitung, davon insgesamt vier Jahre lang im Vorderhaus. In meiner Zeit sahen ungefähr 13.000 Menschen ein Musical von uns. Und jetzt wird es wohl das letzte Mal sein. Nächstes Jahr kann ich mich vielleicht aus der Ferne noch um ein paar PR-Sachen kümmern, aber ich werde direkt mit der Produktion nichts mehr zu tun haben. Zeit, die fünf Jahre mal Revue passieren zu lassen.

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Was Mann hört – Im Juli

Neuer Monat, neues Glück. Hier also das, was im letzten Monat bei mir lief:

01 (+4) Sagacity – Saga: 11 Durchläufe

Ich habe schon letzten Monat viel dazu gesagt, inzwischen habe ich mich richtig reingehört und höre das Album (und die ganze Band) sehr gerne und sehr häufig. Ich bin quasi gerade in einer sehr sagalastigen Phase.

02 (+6) Saga Hits – Saga: 5 Durchläufe

Und natürlich lief auch die dazugehörge Best-Of Scheibe rund. Frischer, druckvoller Sound und die alten Klassiker ergibt ein tolles Livealbum, das gerade beim Fahrradfahren immer gerne läuft.

03 (+1) Magnolia – Chakuza: 4 Durchläufe

Immernoch ein Dauerbrenner, läuft immer mal wieder, immer mal auch ausschnittsweise. Freue mich schon auf das nächste Album von ihm, das Anfang September herauskommt.

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Chronicles of the Immortals – Netherworld Part One

Hier die zweite meiner drei versprochenen Musikkritiken. Die dritte wird auch noch erscheinen. Irgendwann *smile*

Die Band Vanden Plas hinter Frontmann Andy Kuntz gibt es seit über 20 Jahren und konnten sich in Deutschland vor allem über ihr zweites Standbein, das Theater etablieren. So spielt Andy Kuntz regelmäßig Musicals, die Band setzt ihre Alben als Musicals um, immer dabei ist das Pfalztheater. Eines Tages kam Wolfgang Hohlbein (=>romanfresser.de für mehr Infos!), Autor mit über 42 Millionen verkauften Büchern, auf die Band zu und sagte: „Hej, habt ihr Lust aus meiner Vampirromanreihe ein Musical zu machen“. Und Andy Kuntz so „Klaro, immer doch.“

Eine Spielzeit später ist „Blutnacht – Die Rockoper“ gelaufen und die Band machte sich daran, zwei Konzeptalben aus dem vorhandenen Stoff zu schreiben. Das erste liegt nun vor. Ich bin tatsächlich über die Hohlbein-Homepage darauf gestoßen, bei dem Begriff „Progressive Metal“ wurde ich hellhörig. Denn tatsächlich ist Vanden Plas eine Prog-Metal Band, in Frankreich regelmäßig ausverkauft, fristen sie in Deutschland eher ein Schattendasein.

Nach einigen Spotify-Streams bin ich dann zum Plattendealer meines Vertrauens, hab diese Scheibe erworben und kann nun, nach gut einem Dutzend Durchläufen endlich mal was darüber sagen. Und zwar im Gegensatz zu Subway to Sally hier im Gesamten.

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Was Mann hört – im Juni

Da ich mitbekommen habe, dass es einigen ganz gut gefallen hat, dass ich mal gezeigt habe, was ich so höre, dachte ich, ich mache das einfach mal jeden Monat. Hier also meine 10 meistgespielten Alben im Juni – sowas schreibt sich ja recht flott von der Hand:

01 (neu): Grundlos EP – OK KID: 8 Durchläufe

Eine neue EP von den Gießener Jungs, die intelligenten HipHop/Pop Crossover machen. Ich liebe die Stimme von Jonas und mir gefallen die Texte und die Musik auch unglaublich gut. Von den 5 Songs auf der EP sind mir drei Stück direkt im Ohr geblieben, die ich immer wieder mal höre. Absoluter Anspieltipp. Grandiose EP. Grandiose Band.

02 (neu): LMO – Lingua Mortis Orchestra: 7 Durchläufe

Geil, geil, geil, geil, geil. Symphonic-Progressive-Power-Metal. Im Klartext: Der kleine Russe schreibt was, holt sich nen Orchester dazu, Peavy darf singen und bekommt Verstärkung von zwei Mädels. Dazu noch ein cooles Konzept über Hexenverbrennung im Mittelalter, fertig ist ein unglaublich geniales und ausdrucksstarkes Album. Dass ich es für 5,55€ bei Müller erstanden habe, tut sein Übriges. Coole Sache, lohnt sich!

03 (-2): Ghost Stories – Coldplay: 5 Durchläufe

Inzwischen läuft es nicht mehr ganz so oft durch, aber ich mag es immernoch gerne. Ein tolles Album zum Träumen – in Kürze (hoffentlich!) mehr.

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Mitgift – Subway to Sally

Mitgift – Subway to Sally

Kaum ein Album habe ich so sehnsüchtig erwartet, wie dieses. Alles, was ich also jetzt sage, ist immer subjektiv von meiner Geschichte mit dieser Band geprägt. Bastard war damals (2007 – ich war gerade mal 12!) mein erstes Album, das ich am Erscheinungstag gekauft habe, im gleichen Jahr war ich auf der Bastard-Tour auf meinem ersten echten Rockkonzert und seit 2010 gehe ich jährlich zur Eisheiligen Nacht nach Gießen – und jedes Mal singe ich das gesamte Set der Band mit. Müsste ich eine Lieblingsband nennen – was ich nicht kann – wäre die Band sicherlich in der engeren Auswahl.

Mit Mitgift hat die Band ihren Zweijahreszyklus, in dem sie seit 1999 beständig Alben veröffentlicht, erstmals unterbrochen und sich seit Schwarz in Schwarz ganze drei Jahre Zeit gelassen, um dann am 14. März dieses Album zu veröffentlichen. Ich habe es vorbestellt. Nicht in der normalen Variante, nicht in der Fan-Edition sondern natürlich in der auf 1000 Stück limitierten Ausgabe mit Walletchain. Ich war unglaublich gespannt auf dieses Album, nicht nur, weil ich mit Schwarz in Schwarz und Kreuzfeuer, den beiden Vorgängen nie so ganz warm wurde, sondern auch, weil Subway to Sally hier das erste Mal ein Konzeptalbum vorlegen.

Es geht um Mördergeschichten, so lautet der Untertitel des Albums und man merkt schon an den Titelnamen, dass dieser Titel Programm ist. Wie gehe ich das Album jetzt hier an? Ich schreibe erstmal ein bisschen was zu den einigen Songs, danach noch etwas zu dem Gesamtpaket des Albums und am Ende schauen wir nochmal in die Ausstattung der Deluxe-Version rein und warum das hier eine gute Anschaffung ist.

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